Yijing


In seinem aktuellen Newsletter empfiehlt Heiko Zänker eine neue Bearbeitung des I Ging (Yijing): "Das chinesische "I-Ging - Das Buch der Wandlungen" liegt nun als Neuuebersetzung mit Kommentar von Georg Zimmermann vor, angelehnt an die Uebersetzung von Richard Wilhelms aus dem Jahr 1924. Alle nachfolgenden I-Ging Ausgaben waren eher Rezept-Buecher zur Lebensberatung."
Dazu muss etwas gesagt werden.
1) Auch wenn Richard Wilhelm im Vorwort behauptet, die Übersetzung sei zurückübersetzt worden, um Fehler auszuschließen, so muss dennoch gesagt werden, ist die Arbeit von Wilhelm längst überholt. Zum einen ist sie an einer rein konfuzianischen Vorlage orientiert, zum anderen hat Wilhelm seine christlich abendländisch und goetheanische Weltsicht überdeutlich einfließen lassen.
2) Sicher gibt es unter dem Titel "I Ging" eine Unzahl "Lebensberatungstexte" die mit dem Urtext soviel gemein haben wie eine Kiwi mit einer Kartoffel (was für ein dämlicher Vergleich), aber es gibt durchaus einiges, was nach Wilhelm entstand und nicht bei ihm ab- und umgeschrieben wurde.
Da wäre als erstes zu erwähnen die Übertragung von Gia Fu Feng, erschienen im Theseus Verlag, aus dem Englischen von Sylvia Wetzel. Die Version ist besonders interessant für Menschen, die sich mal die Frage gestellt haben, wie aus sechs Linien jene merkwürdigen Texte entstanden sind.
Ganz anders ist der Angang von Marguerite de Surany in "I-Ging und Kabbala", leider nur noch gebraucht erhältlich, aber dafür haben wir ja amazon und ebay. Wer nichts mit Kabbala am Hut hat - und ich gehör dazu - der braucht sich nicht abschrecken lassen, Frau Surany hat das sauber getrennt und interessant ist ihr Ausgangspunkt. Nicht die Linien, sondern die alten Schriftzeichen, die Piktogramme der frühen chinesischen Schrift nimmt sie zur Deutung heran. Manchmal benutzt sie - oder ihr Übersetzer Stefan Kappstein - eine etwas merkwürde Sprache. Aber verständlich bleibt es allemal.
Um noch einen gänzlich anderen Aspekt einzubringen, empfehle ich die von Thomas Cleary herausgegebene Version. Ihr liegt eine daoistische Deutung zugrunde, die sich auf die persönliche, die innere Entwicklung des Fragers konzentriert. Mitunter finden wir darin Verweise auf alchymistische Praktiken, die allerdings nicht als äußere, sondern als innere Vorgänge zu verstehen sind.
Sicher gibt es noch einige erwähnenswerte. Bei amazon finden sich über 200 Suchergebnise. Aber davon sind die meisten wohl viel zu teures Heizmaterial.

1 Kommentar:

Joachim Stuhlmacher hat gesagt…

Eine der interessantesten Übersetzungen des Yijing ist sicherlich die von Frank Fiedeler, der die ursymbolische Deutung aufzeigt und mit den Mondphasen übersetzt, die ja zur damaligen sehr bestimmend waren (Matriachat-Mond), während nachfolgend eher Sonnenbilder (Patriachat) gemacht wurden. Für die Klass. Chinesische Medizin ein absolut tolles Hilfsmittel..!