Die wahre Natur des Geistes ist vollkommen leer, wie der klare blaue Himmel. Grenzenlos und ohne Maß.
Giafu Feng
Das Gespräch von You Li Han mit dem Bienen - Daoist Zhang in der Tai Zi Tong (Höhle des Prinzen) oberhalb des Zixiaogong (Purpurwolkenhimmel Palast)
Teil 1 (mit einigen schönen Aufnahmen der Wudang-Landschaft)
Teil 2
Teil 3
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Das erinnert mich an eine Geschichte
Giafu Feng erzählte gerne die Geschichte einer Begegnung mit Gregory Bateson. Wenn ich mich recht erinnere, spielte es in Big Sur, im Esalen Institut. Giafu ging des Weges, als ein Volkswagen Käfer anhielt, sich die mächtige Gestalt Greg Batesons hinauszwängte, den kleinen schmächtigen Chinesen umarmte und ausrief:"Nature is your best teacher."
Gelesen habe ich von Bateson nur das 1982 erschienene Buch Geist und Natur, Eine notwendige Einheit.
In Mind and Nature äußerte Bateson bereits die Idee, dass er sich in seinem nächsten Werk mit „dem Schönen, dem Heiligen und dem Bewusstsein“ befassen würde, weil diese in vieler Hinsicht rätselhaften Phänomene aus seiner Sicht miteinander zusammenhingen. Tatsächlich verfasste er noch einige Kapitel, die seine Tochter Mary Catherine Bateson durch eigene Kapitel ergänzte und als gemeinsames Werk Wo Engel zögern (Angels fear) heraus brachte.
Bateson spielte in der Entwicklung der Kybernetik eine entscheidende Rolle. Er führte erstmals systemtheoretische und kybernetische Denkansätze in die Sozial- und Humanwissenschaften ein und gilt heute als geistiger Vater der systemischen Therapie.
Ein Mann wollte wissen, wie es sich mit dem Geist in seinem Computer verhält und fragte ihn daher 'Rechnest du damit, dass du jemals denken wirst wie ein menschliches Wesen?' Worauf nach einiger Zeit der Computer antwortete 'Das erinnert mich an eine Geschichte'. (Aus Geist und Natur, S. 22)
Gelesen habe ich von Bateson nur das 1982 erschienene Buch Geist und Natur, Eine notwendige Einheit.
In Mind and Nature äußerte Bateson bereits die Idee, dass er sich in seinem nächsten Werk mit „dem Schönen, dem Heiligen und dem Bewusstsein“ befassen würde, weil diese in vieler Hinsicht rätselhaften Phänomene aus seiner Sicht miteinander zusammenhingen. Tatsächlich verfasste er noch einige Kapitel, die seine Tochter Mary Catherine Bateson durch eigene Kapitel ergänzte und als gemeinsames Werk Wo Engel zögern (Angels fear) heraus brachte.
Bateson spielte in der Entwicklung der Kybernetik eine entscheidende Rolle. Er führte erstmals systemtheoretische und kybernetische Denkansätze in die Sozial- und Humanwissenschaften ein und gilt heute als geistiger Vater der systemischen Therapie.
Ein Mann wollte wissen, wie es sich mit dem Geist in seinem Computer verhält und fragte ihn daher 'Rechnest du damit, dass du jemals denken wirst wie ein menschliches Wesen?' Worauf nach einiger Zeit der Computer antwortete 'Das erinnert mich an eine Geschichte'. (Aus Geist und Natur, S. 22)
Danke 23
zuerst hab ich die Geschichte erzählt von dem Poster mit dem verschneiten Giafu Feng, wegen der Entstehung der Dao Akademie. Dann kamen von Eugen die Fotos von Giafu mit der gelben Jacke, dann kam von Eugen eine gelbe Jacke, dann kam von Tilman doch noch das original Foto und nun hat mir Lisa sogar noch ein Poster geschickt. Leider ohne Aufdruck. Es ist ja auch alles schon ziemlich lange her.
Danke 22
Manchmal begegnet man in unserem Beruf Menschen, bei denen man überhaupt nicht verstehen kann, wie ihre Haltung zum Leben oder / und den Mitmenschen sich vereinbaren lässt mit ihrem Wunsch, Taijiquan zu lernen.
In meiner Schule hatte ich neben der Möglichkeit, einen Kurs zu buchen auch die Option eines festen Monatsbeitrags mit beliebig häufiger Anwesenheit. Nun kam ein Kandidat daher, der beruflich nicht regelmäßig kommen könnte. Sagte er. Daher wollte er kommen, wann es ihm möglich ist, aber keinen festen Monatssatz zahlen. Weil er auch schon mal einen ganzen Monat nicht könnte. Du kannst es dir denken, nach langem hin und her hab ich nachgegeben und mit ihm einen Stundensatz vereinbart. Das ging so ungefähr ein halbes Jahr gut. Dann kam der Monat, in dem er wohl viel Zeit hatte und nachdem er soviel Stunden besucht hatte, bis mit seinem Stundensatz ein Monatsbeitrag gedeckt war, wollte er mehr nicht zahlen. Ich kann zwar seine Logik nachvollziehen, aber die hatte nichts zu tun mit unserer Vereinbarung.
Ich hab ihm den weiteren Unterricht verweigert. Er hat es mir bitter vorgeworfen, das ich nur hinter dem Geld her sei. Ich hoffe, ich hab daraus gelernt.
In meiner Schule hatte ich neben der Möglichkeit, einen Kurs zu buchen auch die Option eines festen Monatsbeitrags mit beliebig häufiger Anwesenheit. Nun kam ein Kandidat daher, der beruflich nicht regelmäßig kommen könnte. Sagte er. Daher wollte er kommen, wann es ihm möglich ist, aber keinen festen Monatssatz zahlen. Weil er auch schon mal einen ganzen Monat nicht könnte. Du kannst es dir denken, nach langem hin und her hab ich nachgegeben und mit ihm einen Stundensatz vereinbart. Das ging so ungefähr ein halbes Jahr gut. Dann kam der Monat, in dem er wohl viel Zeit hatte und nachdem er soviel Stunden besucht hatte, bis mit seinem Stundensatz ein Monatsbeitrag gedeckt war, wollte er mehr nicht zahlen. Ich kann zwar seine Logik nachvollziehen, aber die hatte nichts zu tun mit unserer Vereinbarung.
Ich hab ihm den weiteren Unterricht verweigert. Er hat es mir bitter vorgeworfen, das ich nur hinter dem Geld her sei. Ich hoffe, ich hab daraus gelernt.
Danke 22 - Bue on the roof

In Stillpoint, jenem Platz in den Bergen von Colorado, dort, wo Gia Fu Feng seine Einsiedler - Gemeinde angesiedelt hatte, gab es einen Trailer, einen amerikanischen Großraumwohnwagen mit einigen Anbauten.
In einem der Winter, die ich dort verbrachte, war Ebba mit ihrem kleinen Sohn Bue aus Dänemark gekommen. Der spielte eines Tages gerade auf dem Dach des Trailers, als Gia Fu von seinem täglichen ten-miles-walk zurückkam. Ihn dort in der Abendsonne spielen zu sehen, für einen kurzen Augenblick, erfüllte den alten Mann mit Glück. Er erzählte am nächsten Tag davon und "Bue on the roof" wurde eine Zeit lang der Bumpersticker, die Kurzformel für den kurzen Moment, in dem das Wunder der Schöpfung durch den Alltag scheint.
Rani Kaluza schreibt solche Momente fest. Sie schreibt sie so fest, dass wir die Wirklichkeit darin spüren. Wirklichkeit als das, was wirkt. Von dem die Welt, das Leben voll ist. In jedem Grashalm, in jedem Regentropfen, in jedem Gesicht. In jedem Augenblick, wenn wir ihn denn erleben, statt hindurch zu eilen, weiter, weiter, hin zu dem letzten Augenblick, den die meisten fürchten.
Statt mitzueilen verweilt sie lieber, trinkt mit allen Sinnen und spiegelt zurück. Mit ein paar Worten, ein paar Zeilen, selten eine Seite. Hat man sie gelesen, scheinen sie sich aufzulösen, man wundert sich geradezu, den gleichen Text an gleicher Stelle wieder zu finden. Als müsse dort jetzt etwas anderes erscheinen*, könne das einmal Gelesene nicht wieder zu finden sein, so fein sind die Momente, so fein ist Rani Kaluzas Sprache.
Dass die Autorin auch Taiji-Spielerin ist kann man merken; an der Art wie sie auftritt, eine Hand ausstreckt, in die Erde sinkt, innerlich aufgerichtet ist. Daran, wie sie den Ereignissen und Erscheinungen begegnet, wie sie Freundschaft schließt.Wie sie uns zeigt, dass das Leben etwas ist. Etwas, das vergeht. Etwas, das besteht.
Aus hin und wieder einmal "Bue on the roof" oder einem Blick in "Der Wind und die Gardine" Aufzeichnungen von Rani Kaluza. Erschienen bei Frauen Museum Literatur Atelier.
ISBN 978-3940482-00-6
*dabei muss ich an Paul Heimbachs Transparentbücher denken, die man sich in einer ruhigen Stunde auch Internetial anschauen kann.
Danke 21
Hier ist es. Tilman hat es doch noch gefunden. Für alle, die diesen Blog nicht regelmäßig verfolgen: du solltest erst diesen und noch jenen Beitrag lesen (falls das hier überhaupt jemand liest) Inzwischen hat mir Eugen nicht nur die Fotos, sondern auch eine gefütterte gelbe Jacke geschickt. Nicht die original Gia Fu Feng Jacke, aber es sieht schon ziemlich so aus, von Weitem. Also Danke nochmal Eugen und Danke Tilmann. Während ich über die Frühzeit meiner Karriere jede Menge Dankesschreiben hinbekommen könnte - da ist noch manches ungesagt - tu ich mich für die Zeit ab 1985 damit ziemlich schwer. Zu der Zeit hat sich einiges geändert, ich hab meine Schule in Köln eröffnet und mein erster wichtiger Meister, eben jener Gia Fu Feng ist gestorben. Aber selbstverständlich gab es auch danach noch viele Menschen, die in unterschiedlicher Weise kleine Weichen gestellt haben. Vielleicht muss ich mal den Standpunkt, die Perspektive wechseln.
Also hier ist das Bild, welches auf jenem Plakat für ein Seminar im Sommer 1982 warb und auf dem zum ersten Mal der Begriff "Taoistische Akademie" auftauchte. Jetzt fortgeführt als Dao-Akademie.
Danke 20 / Müller 2
Gedankt hab ich schon lange nicht mehr, als wäre, nachdem ich die Fabriketage bezogen hatte, niemand mehr dagewesen, dem ich im Nachhinein noch ein Danke hinterher rufen könnte.
An dieser Stelle sei Karl-Heinrich Müller gedankt, der uns die Bananen nach Monrepos schaffte und mir den Holzfussboden spendierte und den wir heute zu Grabe tragen mussten. Es sei ihm dafür gedankt, dass er sich liebevoll um Gia Fu Feng kümmerte, als dieser sich in Deutschland eine Lungenentzündung zuzog, Der den kleinen Chinesen vorsichtig nach Spanien fuhr, wo er in den Bergen von Murcia ein Seminar abhalten sollte - aber in Barcelona war Ende und eine Woche im Hotelbett. Karl-Heinrich tolerierte den dummen Wunsch Gia Fus, keinen Arzt zu holen, mischte ihm aber Pillen ins Essen und setzte ihn, als es einigermaßen ging, in den Flieger nach Colorado. Hätte er keine Flugangst gehabt, hätte er ihn noch begleitet.
Dann danke ich Müller für alle Gelegenheiten, die er mir und allen anderen auf der Museumsinsel bot. In den Zusammenhang sei auch sein ehemaliger Klavierlehrer erwähnt, der ihm mal erklärte, dass die Noten, die er da spiele, doch einen Lauf abgäben und dass ein Lauf immer wohin führt und er deshalb schon vom ersten Ton an wissen müsse, wohin das Ganze denn geht. Das hab ich damals direkt auf Tai Chi bezogen. Heute, nach der Beerdigung, bezieh ich das auf unser ganzes Leben. Da wissen wir auch vom ersten Ton an, wohin das führt und zwischendurch ist Musik.
Danke
An dieser Stelle sei Karl-Heinrich Müller gedankt, der uns die Bananen nach Monrepos schaffte und mir den Holzfussboden spendierte und den wir heute zu Grabe tragen mussten. Es sei ihm dafür gedankt, dass er sich liebevoll um Gia Fu Feng kümmerte, als dieser sich in Deutschland eine Lungenentzündung zuzog, Der den kleinen Chinesen vorsichtig nach Spanien fuhr, wo er in den Bergen von Murcia ein Seminar abhalten sollte - aber in Barcelona war Ende und eine Woche im Hotelbett. Karl-Heinrich tolerierte den dummen Wunsch Gia Fus, keinen Arzt zu holen, mischte ihm aber Pillen ins Essen und setzte ihn, als es einigermaßen ging, in den Flieger nach Colorado. Hätte er keine Flugangst gehabt, hätte er ihn noch begleitet.
Dann danke ich Müller für alle Gelegenheiten, die er mir und allen anderen auf der Museumsinsel bot. In den Zusammenhang sei auch sein ehemaliger Klavierlehrer erwähnt, der ihm mal erklärte, dass die Noten, die er da spiele, doch einen Lauf abgäben und dass ein Lauf immer wohin führt und er deshalb schon vom ersten Ton an wissen müsse, wohin das Ganze denn geht. Das hab ich damals direkt auf Tai Chi bezogen. Heute, nach der Beerdigung, bezieh ich das auf unser ganzes Leben. Da wissen wir auch vom ersten Ton an, wohin das führt und zwischendurch ist Musik.
Danke
Erst..
Heute steht in der FAZ eine Hommage an den Jazz-Musiker Archie Shepp zu dessen 70. Geburtstag. Der Artikel ist überschrieben mit:
Erst die Seele, dann der Geist, zuletzt die Technik
Ob Archie das selbst jemals so gesagt hat oder ob Wolfgang Sandner so feinfühlig ist, wird aus dem Beitrag nicht deutlich. Für diese Formulierung möchte ich aber gerne danken und sie jedem Taiji-Spieler, jedem Qigong - Praktiker ins Poesie-Album und hinter die Ohren schreiben.
Um zu verstehen, was gemeint ist, muss man natürlich die Musik von Archie Shepp kennen, deshalb hier ein youtube-link.
Und wo wir gerade bei der Technik sind und den Zitaten:
"Die Technik entwickelt sich vom Primitiven über das Komplizierte zum Einfachen."
Antoine de Saint-Exupery
Danke 19
Da stand ich in einer ehemaligen Kartonagenfabrik, abbröckelnder Putz an den Wänden, Zementboden, ein Hinterhof voller Autos ohne Sonne und wusste:" das ist es nun." Hier würde ich meine Schule für Taijiquan und chinesisches Yoga eröffnen. Zu dieser Zeit kannte noch niemand den Begriff Qigong. Das nötige Geld hatte ich mir zusammengeliehen, als das aufgebraucht war, spendierte der Mann mit der Bananenkiste den Holzfussboden. Und dann kam erst mal keiner. Und dann wenige. Und dann immer mehr und nach einem Jahr stand die Schule ganz gut da, war in Köln und auch überregional bekannt, u.a. durch ein Seminar mit Josephine Zöller. Die alte Dame brachte Qigong über uns mit ihrem dicken Buch. "Das Tao der Selbstheilung". Jetzt hätte ich das Schild an meiner Tür ändern können.
Danke 18
Nach der Jauche kamen die Tiefflieger. Anscheinend eignete sich jenes Tal für solche Übungen, bei denen man die Augenfarbe der Piloten hätte erkennen können, hätte man sich nicht erschrocken ins Gras geworfen. Wir waren auf eine Mühle gezogen, mitten im Wald gelegen, zu Schwager und Schwägerin. Hier kam unsere Tochter Anna zur Welt, hier wurde unser Chowchow-Labrador Mischling Ponky erschossen und hier hoffte ich Menschen hinzulocken, die sich in Tai Chi und daoistische Philosophie versenken wollten. Es kamen nur wenige und die selten. Ich nutzte die Zeit, mein Wissen über Tai Chi zusammenzutragen. Eva-Maria tippte bei einem Besuch alles in eine alte Schreibmaschine (danke) und auch mit diesen Blättern blieb ich lange allein.
Zwei, drei Mal motivierte ich einige Mitmenschen zu einem Seminar in unsere Abgelegenheit. Wer kam, den kannte ich, nur einmal war ein Fremder dabei. Ein unsympathischer Kerl, der alles im Kopf verstehen wollte und musste. Sein Körper war ihm fern. Zum Ende des Seminars, als ich alle um eine Rückmeldung bat, verriss er mit einem einzigen Wort meine Bemühungen, mehr als nur Bewegung, auch Gedankengut zu vermitteln. Das ging tief, mir dröhnten die Ohren, in meinem Inneren löste sich eine Lawine, die mich begrub. Ich wusste, er hatte recht und ich hasste ihn dafür. Statt ihn zu vergiften, verneigte ich mich vor ihm, dankte und war froh, nicht mehr in seine Augen sehen zu müssen.
Mit den Jahren gewöhnte ich mich an Kritik, nach den Tieffliegern kam die Großstadt.
Zwei, drei Mal motivierte ich einige Mitmenschen zu einem Seminar in unsere Abgelegenheit. Wer kam, den kannte ich, nur einmal war ein Fremder dabei. Ein unsympathischer Kerl, der alles im Kopf verstehen wollte und musste. Sein Körper war ihm fern. Zum Ende des Seminars, als ich alle um eine Rückmeldung bat, verriss er mit einem einzigen Wort meine Bemühungen, mehr als nur Bewegung, auch Gedankengut zu vermitteln. Das ging tief, mir dröhnten die Ohren, in meinem Inneren löste sich eine Lawine, die mich begrub. Ich wusste, er hatte recht und ich hasste ihn dafür. Statt ihn zu vergiften, verneigte ich mich vor ihm, dankte und war froh, nicht mehr in seine Augen sehen zu müssen.
Mit den Jahren gewöhnte ich mich an Kritik, nach den Tieffliegern kam die Großstadt.
extradank (17)


einen ganz besonderen Dank an Eugen, der mir die Bilder zur Verfügung stellt. Sie zeigen Giafu Feng auf einem seiner Seminare in Deutschland (wahrscheinlich Neuwied / Monrepos) vor einigen 100 Jahren. Er trägt die gelbe Jacke um die Hüften und sein Bart ist natürlich nicht vereist.
nächster Dank
Alle bisher gedankten Ereignisse lagen in den frühen 80er Jahren des letzten Jahrhunderts. Es wird Zeit, sich näher an die Gegenwart heran zu arbeiten. Nachdem ich den Versuch, für mindestens drei Jahre in Stillpoint (Colorado) zu leben, aufgegeben hatte (mein Platz ist hier), ging es nun darum, ein neues Zuhause zu finden. Zur Familiennähe fand ich erst einmal Zweizimmerküche im gleichen Haus, in der meine Ex mit unseren Kindern lebte. Da muss ich einem Mann "vom Amt" für danken, der das sehr unkompliziert in die Wege leitete.
Dann fand sich ein altes Backhaus in Ostbelgien, gleich hinter der Grenze bei Aachen. G.O. lebte dort schon im Haupthaus. Eigentlich waren die Hauptmieter aber zwei Katzen. Die hatten schon vor G. in dem Haus mit zwei Töpferinnen gelebt und wenn ich mich recht erinnere, auch schon vor denen. Diese beiden Katzen, deren Namen ich vergessen habe, ließen uns, Doris und mich, nun auch dort einziehen. Außerdem lebte eine unbekannte Anzahl Mäuse im Haus. Man sollte annehmen, das Mäuse und Katzen unter einem Dach sich nicht vertragen, in dem Fall aber war das so. Offenbar gab es eine Übereinkunft zwischen den Arten. Die Katzen fingen durchaus Feldmäuse, jene im Haus aber ließen sie scheinbar in Ruhe. Jetzt, wo ich das niederschreibe, kommt mir der gedanke, das Haus könne womöglich sogar den Mäusen gehört haben, und auch die Katzen waren nur geduldet. Es zog noch H.D. zu uns ins Haus, wir renovierten fleißig, auch mit Hilfe einiger Seminarteilnehmer. Letztlich aber gaben wir auf, als nach ungefähr einem Jahr des Durchhaltens (auch bei qualmendem Kamin), die frisch ausgetragene Gülle der Felder sich bis in unseren Brunnen durchgearbeitet hatte und aus dem Wasserhahn kam.
Die nächste Station war dann im Hunsrück, darüber später mehr.
Dann fand sich ein altes Backhaus in Ostbelgien, gleich hinter der Grenze bei Aachen. G.O. lebte dort schon im Haupthaus. Eigentlich waren die Hauptmieter aber zwei Katzen. Die hatten schon vor G. in dem Haus mit zwei Töpferinnen gelebt und wenn ich mich recht erinnere, auch schon vor denen. Diese beiden Katzen, deren Namen ich vergessen habe, ließen uns, Doris und mich, nun auch dort einziehen. Außerdem lebte eine unbekannte Anzahl Mäuse im Haus. Man sollte annehmen, das Mäuse und Katzen unter einem Dach sich nicht vertragen, in dem Fall aber war das so. Offenbar gab es eine Übereinkunft zwischen den Arten. Die Katzen fingen durchaus Feldmäuse, jene im Haus aber ließen sie scheinbar in Ruhe. Jetzt, wo ich das niederschreibe, kommt mir der gedanke, das Haus könne womöglich sogar den Mäusen gehört haben, und auch die Katzen waren nur geduldet. Es zog noch H.D. zu uns ins Haus, wir renovierten fleißig, auch mit Hilfe einiger Seminarteilnehmer. Letztlich aber gaben wir auf, als nach ungefähr einem Jahr des Durchhaltens (auch bei qualmendem Kamin), die frisch ausgetragene Gülle der Felder sich bis in unseren Brunnen durchgearbeitet hatte und aus dem Wasserhahn kam.
Die nächste Station war dann im Hunsrück, darüber später mehr.
nochmal himmel und erde/ Dank 15

Im kölner Weyertal war ein Haus besetzt worden, ein ehemaliges Schwesternwohnheim. Wir waren in den Trubel reingeraten und miteinmal waren wir auch Hausbesetzer. Nicht zum wohnen, aber es gab einen großen Raum, in dem die Hebamme Lisa Schwangerschaftskurse und Geburtsvorbereitung abhielt und wir nun einen Platz hatten, wo wir häufig und regelmäßig Kurse durchführen konnten. Einigen der Fundis war unsere Vereinsbezeichnung "Himmel und Erde" suspekt, das klang ihnen wohl etwas zu religionsnah. Obwohl es doch eindeutig eine Lokalisierung ausdrückt, die eher den freien Raum über unseren Köpfen, als einen ideelen Raum in den Köpfen beschreibt. Vollends bedient waren jene Hardcore-Besetzer, als ich im ersten Programmheft im "Editorial" den Ausschnitt einer Abitursrede zitierte, in dem über den Begriff der Kultur reflektiert wurde. Da dort neben der Landwirtschaft auch der Kult, und auch der religiöse Kult, genannt wurde, waren wir endgültig in den Sektenverdacht geraten. Es war wohl offensichtlich für jene Mitbesetzer, dass wir weniger dem Völkchen dienen wollten, sondern statt dessen revanchistisches Gedankengut pflegten. Der Konflikt ging an unserer bunt gemischten Klientel vorbei, die teilweise sehr erstaunt waren, was in einem besetzten Haus alles anzutreffen war.
Unser letztes Stündlein im besetzten Haus schien geschlagen, als zwei aus einem getrampten Italienurlaub zurückkamen und dort am Strand im bekifften Kopf den Plan eines Kommunikationszentrums ausgebrütet hatten. Dass es schon eines gab dank der vielseitigen Umtrieb von "Himmel und Erde", war ihnen noch nicht aufgefallen, bzw stand ihr Sinn mehr nach einer Teestube, in der man mit Gleichgesinnten rum- und abhängen konnte. Dazu eignete sich nun mal unser Raum am besten.
Mit einer frechen Rede, in der ich uns als die Neger der Hausbesetzerszene darstellte, konnte ich die Teestübler aus dem Raum treiben, bis zu der üblichen und notwendigen Abstimmung des Plenums am Ende der Veranstaltung nur noch H&E Sympathisanten anwesend waren.
Denen gilt mein Dank diesmal.
Foto: Armin Ruprecht
Danke 14

Es war aber um die Zeit so um mich bestellt, dass ich mich von meiner Frau getrennt hatte, in einem halbwegs ausgebautem VW Bus lebte und einige Häfen ansteuern konnte. In einem dieser Häfen durfte ich unter Anitas Bett den von Lisa geschenkten Anrufbeantworter stellen. Zu dieser Zeit gab es keine Mobiltelefone; da ich aber auch Seminare organisierte, musste ich erreichbar sein. Anrufbeantworter waren damals gemessen an den heutigen Geräten, Dinosaurier, ungefähr der Abbildung entsprechend. So vorzeitlich wie das Gerät war auch der Umgang damit: Ich konnte fernabfragen, indem ich mehrere Zahlenreihen in den Hörer sprach, was mitunter zu misstrauischen Blicken führte. Meist wurde nichts darauf gesprochen. Trotzdem war es eine Hilfe. Dank an Lisa und Anita.
Danke 13
ja, das ist eine wichtige Geschichte. Dauert was, lohnt sich aber, zu lesen.
Tilman hatte in Colorado ein fantastisches Bild von Giafu Feng gemacht, an einem Winternachmittag, als der Alte von seinem täglichen ten-miles-walk zurückkam. Leider habe ich es nicht mehr, ich versuche eine Beschreibung: In leuchtend gelber Daunenjacke, Mütze auf dem Kopf und mit vereistem Bart. Dabei eine absolute Ruhe und Ausgeglichenheit ausstrahlend. Also erstmal danke, Tilman, für dieses tolle Foto. (Nachtrag: Das Bild und auch ein Plakat sind inzwischen wieder aufgetaucht. s.hier und hier)
Für den Sommer organisierte ich wieder ein Seminar mit Giafu in Neuwied und hatte eben dieses Bild als Plakatmotiv ausgewählt. Das Motto des Seminars sollte "Taoistische Alchemie" lauten. Nun muss ich für die jüngeren unter den Lesern einen kleinen Ausflug in die technischen Möglichkeiten dieser Vergangenheit unternehmen. Es gab zu jener Zeit zwar schon Computer, die hatten aber so ziemlich 1% mit dem zu tun, was man heute unter einem Computer versteht. Wollte man z.B. eine Überschrift gestalten und war kein geübter Kaligraf, dann gab es in jeder Schreibwarenhandlung und Abteilung Letraset zu kaufen; Buchstaben diverser Schrifttypen auf Folie, die man auf's Papier rubbeln konnte. Meist ging das mehr oder weniger schief, sah aber sauberer aus, als handschriftliche Versuche. Wollte man es ganz ordentlich haben, so wandte man sich an einen Setzer. Dieser Beruf ist inzwischen, soweit ich weiß, ausgestorben. In meinem Falle handelte es sich um zwei Setzerinnen des Kölner Druckstores
denen in ihrem Sozialistischen Selbstverständnis der Begriff "Alchemie" wohl noch fremd war. So schrieben sie statt dessen "Taoistische Akademie". Aus einem mir nicht mehr erinnerbaren Grund habe ich die Satzaufgaben nicht Korrektur gelesen und so kam dieser Titel aufs Plakat. Als Giafu Feng ihn las, war er hellauf begeistert. Jawohl, eine Akademie war es, was er schon immer gewollt hatte und wir sollten doch gleich im Hause Monrepos eine solche fest installieren, wozu es aber niemals kam. Wenige Jahre später gründete ich zunächst in Köln etwas bescheidener die "Tao Schule" und inzwischen gibt es als Bildungs- und Ausbildungsverbund die "dao akademie". Dank eines Fehlers, der heute so nicht mehr vorkommen kann. Gleichzeitig verstehen wir an diesem Beispiel Darwin etwas besser.
Tilman hatte in Colorado ein fantastisches Bild von Giafu Feng gemacht, an einem Winternachmittag, als der Alte von seinem täglichen ten-miles-walk zurückkam. Leider habe ich es nicht mehr, ich versuche eine Beschreibung: In leuchtend gelber Daunenjacke, Mütze auf dem Kopf und mit vereistem Bart. Dabei eine absolute Ruhe und Ausgeglichenheit ausstrahlend. Also erstmal danke, Tilman, für dieses tolle Foto. (Nachtrag: Das Bild und auch ein Plakat sind inzwischen wieder aufgetaucht. s.hier und hier)
Für den Sommer organisierte ich wieder ein Seminar mit Giafu in Neuwied und hatte eben dieses Bild als Plakatmotiv ausgewählt. Das Motto des Seminars sollte "Taoistische Alchemie" lauten. Nun muss ich für die jüngeren unter den Lesern einen kleinen Ausflug in die technischen Möglichkeiten dieser Vergangenheit unternehmen. Es gab zu jener Zeit zwar schon Computer, die hatten aber so ziemlich 1% mit dem zu tun, was man heute unter einem Computer versteht. Wollte man z.B. eine Überschrift gestalten und war kein geübter Kaligraf, dann gab es in jeder Schreibwarenhandlung und Abteilung Letraset zu kaufen; Buchstaben diverser Schrifttypen auf Folie, die man auf's Papier rubbeln konnte. Meist ging das mehr oder weniger schief, sah aber sauberer aus, als handschriftliche Versuche. Wollte man es ganz ordentlich haben, so wandte man sich an einen Setzer. Dieser Beruf ist inzwischen, soweit ich weiß, ausgestorben. In meinem Falle handelte es sich um zwei Setzerinnen des Kölner Druckstores
denen in ihrem Sozialistischen Selbstverständnis der Begriff "Alchemie" wohl noch fremd war. So schrieben sie statt dessen "Taoistische Akademie". Aus einem mir nicht mehr erinnerbaren Grund habe ich die Satzaufgaben nicht Korrektur gelesen und so kam dieser Titel aufs Plakat. Als Giafu Feng ihn las, war er hellauf begeistert. Jawohl, eine Akademie war es, was er schon immer gewollt hatte und wir sollten doch gleich im Hause Monrepos eine solche fest installieren, wozu es aber niemals kam. Wenige Jahre später gründete ich zunächst in Köln etwas bescheidener die "Tao Schule" und inzwischen gibt es als Bildungs- und Ausbildungsverbund die "dao akademie". Dank eines Fehlers, der heute so nicht mehr vorkommen kann. Gleichzeitig verstehen wir an diesem Beispiel Darwin etwas besser.
Danke Nr. 12
Lange nicht mehr gedankt. An dieser Stelle mal all denen, die nicht Taijiquan oder Qigong praktizieren wollten, sondern denen es danach stand - und da es solche immer noch gibt: auch danach steht - ihr eigenes Süppchen mit Hilfe einer dieser asiatischen Dingen zu tunen. Pimp my therapy. Gerne dabei waren die Gestalt - Therapeuten, Bioenergetike, Selfmadeschamanen, Managertrainer uvm. Sie alle wollten möglichst an einem Wochenende soviel Taiji verstehen, dass sie in ihrem nächsten Flyer (das Internet lag zu jener Zeit noch in den Windeln) ihr Programm erweitern konnten. Überhaupt gab es inflationäre Koppelkurse. Schamanischer Tanz und Tai Chi! Taichi und natürliche Heilverfahren! Fasten mit Tai Chi! Topflappen häkeln mit Yin und Yang!
All jene Instant Enlightment oder das schnelle Geld Suchenden halfen, Tai Chi, Taijiquan und/oder Qigong bekannt zu machen oder in Verruf zu bringen. Hauptsache, es wurde drüber gesprochen. Ach, und da gab es natürlich auch noch das beste aller Werbemedien, die Gerüchteküche. Was für Wunderwirksame Geschichten ich gehört habe und auch immer noch höre, davon allein könnte man ein Buch stricken.
Einmal war ich mit jemand im Kölner Sannyas Zentrum verabredet. Ich sitze so in der Teestube oder Cafeteria wartend rum, als ich vom Nebentisch folgende Geschichte höre:
"Swami M. war ja jetzt bei dem Gia Fu Feng in Colorado, dort geht man den Weg des Tai Chi Kriegers. Da gibt es eine hölzerne Plattform über einem Abgrund, auf der haben die jeden Tag ihre Übungen gemacht."
Tatsachen: Swami M. war bei Gia Fu Feng in Colorado. Gia Fu las zu der Zeit begeistert den Roman 'Musashi', über einen berühmten Samurai, weswegen er immer wieder von der Ethik der Samurai-Krieger erzählte. Es gab dort eine hölzerne Plattform an einem sanften Hang, nicht Abhang, auf der wir unsere Übungen machten.
Danke, danke danke. Eine beseere Promotion hätte nur noch BILD geschafft mit der Schlagzeile: Der Killer Guru aus den Rocky Mountains. Die blieb uns erspart.
All jene Instant Enlightment oder das schnelle Geld Suchenden halfen, Tai Chi, Taijiquan und/oder Qigong bekannt zu machen oder in Verruf zu bringen. Hauptsache, es wurde drüber gesprochen. Ach, und da gab es natürlich auch noch das beste aller Werbemedien, die Gerüchteküche. Was für Wunderwirksame Geschichten ich gehört habe und auch immer noch höre, davon allein könnte man ein Buch stricken.Einmal war ich mit jemand im Kölner Sannyas Zentrum verabredet. Ich sitze so in der Teestube oder Cafeteria wartend rum, als ich vom Nebentisch folgende Geschichte höre:
"Swami M. war ja jetzt bei dem Gia Fu Feng in Colorado, dort geht man den Weg des Tai Chi Kriegers. Da gibt es eine hölzerne Plattform über einem Abgrund, auf der haben die jeden Tag ihre Übungen gemacht."
Tatsachen: Swami M. war bei Gia Fu Feng in Colorado. Gia Fu las zu der Zeit begeistert den Roman 'Musashi', über einen berühmten Samurai, weswegen er immer wieder von der Ethik der Samurai-Krieger erzählte. Es gab dort eine hölzerne Plattform an einem sanften Hang, nicht Abhang, auf der wir unsere Übungen machten.
Danke, danke danke. Eine beseere Promotion hätte nur noch BILD geschafft mit der Schlagzeile: Der Killer Guru aus den Rocky Mountains. Die blieb uns erspart.
danke 11
es gab den stolzenhof, irgendwo in der nähe von heidelberg, ah jetzt erinnere ich mich, es hieß jagsthausen. dort gab es eine schülerin von giafu, marion (gott hab sie selig), die ebenfalls regelmäßig im sommer ein seminar mit ihm veranstaltete. ich weiß nicht mehr in welchem jahr es war, jedenfalls gab es zum abschluß ein großes feuer, wahrscheinlich sind wir drumrum getanzt. am nächsten morgen, also dem abreisetag, kommen wir auf den hof und neben dem niedergebrannten feuer kauert eine frühzeitliche gestalt, ein steinzeit-kaukasier, wuschelkopf, nackt, über und über mit asche angemalt. war natürlich einer der teilnehmer, der schon mehrfach wegen sonderlichen verhaltens aufgefallen war. diese nummer aber war spitze.
giafu geht zu ihm, die beiden treten in eine stumme kommunikation, bewegen sich, erfinden einen tanz. nach einer weile kommt einer dazu, es drängt sich mir der name "elmar" auf, aber das muss jetzt garnichts heißen. nur damit nichts durcheinander gerät, will ich bei dem namen bleiben. elmar trägt einen anzug, hemd, krawatte, schuhe (er muß von hier direkt zur arbeit) aber ohne socken. völlig selbstverständlich schließt er sich den beiden tänzern an.
hätte ich doch bilder davon, ich habe nicht die worte, diese szene eindringlich genug zu schildern. der geruch des noch immer leicht vor sich hinkokelnden feuers, dazu die drei kulturen in stummer vereinigung einer bizarren pantomime. morgens in jagsthausen in der bundesrepublik anfang der 80er jahre.
es ist so viel schräges, skurilles, verrücktes passiert in dieser zeit. happenings, die nichts mit tai chi zu tun hatten, aber ohne tai chi nicht zu stande gekommen wären. stellvertretend für all diese kleinen großartigkeiten sei diese geschichte erzählt, ein dank an die daoistischen, anarchistischen, psychotischen spinner. was wäre die welt ohne euch.
giafu geht zu ihm, die beiden treten in eine stumme kommunikation, bewegen sich, erfinden einen tanz. nach einer weile kommt einer dazu, es drängt sich mir der name "elmar" auf, aber das muss jetzt garnichts heißen. nur damit nichts durcheinander gerät, will ich bei dem namen bleiben. elmar trägt einen anzug, hemd, krawatte, schuhe (er muß von hier direkt zur arbeit) aber ohne socken. völlig selbstverständlich schließt er sich den beiden tänzern an.
hätte ich doch bilder davon, ich habe nicht die worte, diese szene eindringlich genug zu schildern. der geruch des noch immer leicht vor sich hinkokelnden feuers, dazu die drei kulturen in stummer vereinigung einer bizarren pantomime. morgens in jagsthausen in der bundesrepublik anfang der 80er jahre.
es ist so viel schräges, skurilles, verrücktes passiert in dieser zeit. happenings, die nichts mit tai chi zu tun hatten, aber ohne tai chi nicht zu stande gekommen wären. stellvertretend für all diese kleinen großartigkeiten sei diese geschichte erzählt, ein dank an die daoistischen, anarchistischen, psychotischen spinner. was wäre die welt ohne euch.
Dankschrift Teil 10
augerechnet Bananen. Im Anschluß an den allgemeinen Nahrungsmittellieferanten bietet es sich an, einen bescheidenen Sponsor zu ehren. Ihn möchte ich auch im Anonymen lassen, wer ihn kennt, weiß Bescheid. Auf einem der Neuwieder Seminare waren die Bananen, zu dem Zeitpunkt ein wichtiger Nahrungsbestandteil von Giafu, überraschend früh aufgebraucht. Damit hatten wir nicht gerechnet. Anscheinend hatten sich einige Teilnehmer immer wieder mal aus diesem Depot für den kleinen Hunger zwischendurch bedient. Weil ja immer alles knapp kalkuliert war, mussten wir das auch öffentlich zur Sprache bringen. Als wir dann am Nachmittag wieder mit einem Bündel Bananen aus der Stadt zurückkamen, stand in der Küche unterm Tisch ein ganzer Karton voll.Wir mussten Christine regelrecht ausquetschen, ehe sie bereit war, den Spender zu nennen: "Georgio", den Spitznamen hatte ihm Bernd verpasst.
Später hat Georgio sich aufopfernd um Giafu gekümmert, als dieser mit dicker Lungenentzündung versuchte, das Camp in den Bergen bei Murcia zu erreichen und war auch sonst jederzeit behilflich. Sicher taucht er in diesen Dankschriften noch mal auf. Mit den Bananen fing es an.
Dankschrift Teil 9

Wichtiger Teil eines Seminars ist die Ernährung. Wenn 20 und mehr Mitmenschen verpflegt werden sollen, so ist das nicht nur ein logistisches Problem, es ist eines der Auswahl. Auf einem Taijiquan Seminar findest du garantiert einen guten Anteil vegetarisch orientierter Esser. Vegetarisch ist aber für manche ein viel zu offener Begriff, der durchaus enger eingegrenzt werden kann. Dann gibt es noch solche, die z.B. keine Zwiebeln mögen, die für andere eine unverzichtbare Zutat für ein schmackhaftes Essen sind. In meinen Verhandlungen mit den knöchernen Funktionären des Sportbundes, mit denen ich den Vertrag für jenes Seminar auf der Loreley auszuhandeln hatte, war es mir tatsächlich gelungen, deren Küchenchefin meine Wuschkandidatin Christine vor die Nase zu setzen, die dann auch in den folgenden Jahren unsere Seminare bekochte. Später, vor allem in den mediterranen Ländern, übernahm Bernd diese Aufgabe. Ich hatte für deren leistungen einen ungeheuren Respekt, ist es für mich doch schon eine Herausforderung, das Rührei und den Kaffee gleichzeitig auf den Frühstsückstisch zu bringen. Wie sie aber auch die Reste vom Vortag noch geschickt einzubringen wussten, ohne dass es fad wurde, das verdient noch ein extra Lob. Denn gespart werden musste alle Mal. Wir wollten ja trotz bester Leistungen möglichst preiswert sein. Wenn ich alte Prospekte durchsehe, dann muss ich sagen, es ist uns gelungen.
Da das Essen nicht nur möglichst vegetarisch sondern auch noch höchst vollwert sein sollte, war eine gute Einkaufsquelle äußerst wichtig. Hier muss nun Heidi erwähnt werden. Ein vollbärtiger, langhaariger Kerl in Latzhose, der den wahrscheinlich ersten Bioladen in Köln gegründet hatte und später den Großhandel organisierte und noch immer macht. Mit der Philosophie:"Qualität und Genuss auch in die kleinen Dinge des Alltags bringen..." Nur der Bart ist ab.
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